Meine Delphintherapie

Bisher habe ich zwei Delphintherapien gemacht, die erste 2008 und die zweite 2010.

Meine erste Delphintherapie 2008

Wir flogen also im September 2008 nach Kemer.

Meine Eltern versuchten natürlich ohne Erwartungen hinzufahren, aber tief im Innern malten sie sich natürlich aus, welchen Fortschritt ich als erstes machen könnte.
Von Tag 1 an, waren wir in der großen "Kids and Dolphins" Familie herzlich und warmherzig willkommen. Die ganze Crew war stets bemüht, dass es nicht nur dem Therapiekind, sondern der ganzen Familie gut geht. Ich war zwar anfangs etwas scheu, fasste aber nach und nach immer mehr Vertrauen zu meinem Therapeuten und vor allem zu Lucky und Ice den beiden Delphinen.
Mit den Tagen wurde ich deutlich entspannter im Umgang mit Ihnen und traute mich sogar diese anzufassen. Eigentlich fasse ich Tiere überhaupt nicht an. Lucky ist der Jüngere und Wildere. Mit dem hatte ich richtig Spaß, einmal musste ich so viel lachen, dass die ganze Mannschaft mitlachen musste. Ice ist der Ruhigere und Ältere.

Delphin_Jeann

Zur Therapie in Kemer gehört auch die Physiotherapie, abwechselnd mit einem Training an einem sogenannten Galileogerät. Das ist eine Vibrationsplatte, die dem passiven Muskelaufbau dient.
Nach einer Woche wurden meine Eltern von anderen Personen angesprochen, ob Ihnen aufgefallen wäre, das ich viel aufrechter laufen würde. Und siehe da, sie hatten recht.
Nach den offiziellen Therapieeinheiten mit den Delphinen und der Physiotherapie gingen die Therapeuten meist noch mit jedem von uns ins Meer baden. Dazu opferten sie Ihre Freizeit, denn alle studierten Behindertensportlehrer und verdienen sich dadurch etwas dazu. Als super Nebeneffekt schlossen meine Eltern in den vielen Austauschgesprächen neue Freundschaften, die auch heute noch bestehen.
Leider verging die Zeit viel zu schnell. Aber schon bald stellten sich zu Hause, die ersten kleinen Erfolge ein.
Ich hatte vor der Therapie meine Eltern ganz schön mit meinen Wutausbrüchen an den Rand der Verzweiflung getrieben. Auch mein ständiges Geweine, ohne Grund - denn reden kann ich ja nicht, machte ihnen sehr zu schaffen.

Ich wurde ein zufriedenes und vor allem sehr fröhliches Kind und suchte mir teilweise selbst Möglichkeiten, meinen Willen zu befriedigen. Ich lernte, meinen Eltern zumindest Zeichen zu geben, was ich gerade haben möchte.

Delphin_Jeann

Bilder von der ersten Delphintherapie von Jean Pierre

Meine zweite Delphintherapie 2010

Am 05.10.10 ging es mit Sun Express wieder Richtung Antalya. In Antalya wartete erneut Sekir auf uns. Diesmal waren es 3 Familien die gleichzeitig anreisten.
Unser Hotel war diesmal das Meder Resort Hotel. Aufgrund eines Umbau`s vom Türkiz kamen wir diesmal in den Genuss von all inclusive.
Am 2.Tag hatten wir das Kennenlerntreffen mit Kids and Dolphins. Wir waren sehr erfreut, fast alle bekannten Leute wieder zu treffen. Nur Ilona die Krankenschwester und Jürgen, der Organisator und Kameramann, waren zu unserem größten Bedauern nicht mehr dabei. Meinen Eltern fiel schon wieder der erste Stein vom Herzen, denn zum Glück hatten wir uns die Kamera von Verwandten ausgeliehen. Ohne diese wären meine Eltern ohne Videobeweise geblieben. Für sie wäre es ein Drama gewesen. Für mich war viel wichtiger, dass die Delphine (Lucky und Ice) immer noch dieselben sind.

Es wurde erneut eine sehr herzliche Begrüßung. Alle staunten wie groß ich geworden bin und wie toll ich laufen kann.

Beim Erstgespräch dann Mamas erster Jubelschrei: Ich bekam Halil wieder als Schwimmtherapeuten, nicht dass ich nicht auch mit anderen hätte schwimmen können. Aber sie meinte wohl, wir kennen uns schon und damit ist alles einfacher.
Ich ging ins Wasser und hatte gleich wieder sehr viel Spaß, gute Laune und meine Eltern waren höchstzufrieden gestellt. Aber auch Halil fand, dass ich sofort guten Kontakt zu Lucky fand. Ich hatte sogar den Mut, die Delphine von selbst anzufassen. Diesmal wurde die Therapie auch gleich von Tag 1 an erweitert. Zum Ende jeder Therapieeinheit wurde uns ein Körbchen mit einem Ball und einem Ring zugeschoben. Ich befand mich dann mit Halil schon außerhalb des Beckens. Sehr schnell hatte ich begriffen, dass ich alles ins Wasser schmeißen sollte, so dass die Delphine den Ball und den Ring mit dem Maul zurückbringen konnten. Ich bekam regelmäßig Lachkrämpfe. Solche Spiele konnte ich sonst nur mit meinen Eltern machen. Aber als ich den Ball das erste Mal aus dem Maul nehmen sollte, war mir doch etwas mulmig. Aber ich war ein Mann und griff beherzt zu. Als Lucky das erste Mal mit dem Ring ums Maul ankam, musste ich sehr lachen. In einer Session schaffte es Halil, dass wir uns beide bei Ice festhalten konnten. Somit wurden wir durch's Wasser gezogen. Das war ein Mordsgaudi.

Coray war anscheinend in den 2 Jahren auch nicht erwachsener geworden. Stellt euch vor: Der stellt sich an den Beckenrand und spielt Dirigent. Und die Delphine fangen an nach seiner Pfeife zu tanzen, springen durch dass Wasser oder geben Töne von sich, als wenn sie im Chor singen wollten. Einfach nur zum Schreien lustig. Ihr braucht nicht denken, dass die Delphine auf Ihre Trainer genauso hören, da funktioniert alles nur mit Fischen zur Belohnung. Bei den Therapeuten geht`s auch ohne.

Leider hatte meine Mama ja den Ehrgeiz alles ohne Rollstuhl erledigen zu wollen, daher war ich nach ein paar Tagen schon morgens nach dem Marsch von ca. 800 m zum Delphinarium sehr erschöpft. Ich war dann die ersten 15 Minuten bei den Delphinen sehr ruhig und meine Eltern sehr enttäuscht. Der Shuttle vom Hotel fiel natürlich auch aus. Aber 4 Tage vor Ende kam dann doch die Einsicht, den Shuttle zu nutzen und siehe da ich war wieder aktiver und legte mich nochmal richtig ins Zeug.

Mit den Familien fand sich natürlich sehr enger Kontakt. Habt Ihr schon mal  8 Erwachsene barfuß Fußballspielen sehen. Aber so richtig mit Foulen, Körperkontakt und so. Schlimmer als die Wickelkinder haben die sich benommen und fanden das alles auch noch sehr, sehr lustig. Oder habt Ihr schon mal Tennis auf einem Platz mit Pfützen gespielt?
Die eventuellen Erfolge stellen sich ja erst wieder später ein, aber ich habe mal probiert, ob man mit Eltern Bücher ansehen kann. Mein Gott die sind ausgeflippt. Mama redet mich seit dem schwindelig.

 

 Delphintherapie von Pieree in Kemer 2010   

Bilder von der zweiten Delphintherapie von Jean Pierre --> hier




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