Über mich


Im Jahr 2010

Schnell hatten sich meine Eltern in den Kopf gesetzt, anstatt der einen neuen Übung eine andere wegzulassen (wie es eigentlich besprochen war), diese Übung zusätzlich durchzuführen. Auch fielen die freien Tage immer mehr weg, da mir das Galileo ja nicht mehr als zu lang zur Verfügung stand. Die 3 Monate vergingen dann auch wie im Fluge und ich konnte bis auf eine Woche, in der ich Fieber hatte, auch voll durchziehen.

Am 28.Januar erfolgte dann schließlich die endgültige Rückgabe des Galileo und die erste „Hauptuntersuchung“ nach 6 Monaten Therapie.
Der Tag begann schon ziemlich stressig, denn aufgrund des langen und schneereichen Winters hatten wir schon beim Abflug in Berlin-Tegel 30 Minuten Verspätung. Und die Termine in Köln waren doch sehr eng gelegt, da wir auch am gleichen Tag zurück fliegen würden.

Aber die Überraschung folgte sofort auf dem Fuße.
Ich hatte es tatsächlich geschafft meine Laufstrecke auf der Gangway nochmals zu erhöhen und die Schrittstärke hatte sich noch mehr angeglichen. Auf der Gangway hat sich die Laufstrecke um 0,59 m/min erhöht. Die Schrittlänge ist auch um 0,2 cm größer.
Im 5 Minuten Lauftest kam keine große Verbesserung zu Tage, aber ich hatte die Strecke auch größtenteils ohne anfassen erledigt und da bin sehr viel mehr abgelenkt gewesen. Der Rückflug fand für mich praktisch nicht statt. Ich war fix und fertig und schlief.

Meine Muskelmasse hat sich weiterhin sehr positiv entwickelt und ich bin in der Lage längere Zeit an einer Stelle zu stehen, sowie Dinge die mich interessieren im Stehen von der Erde aufzuheben ohne dabei das Gleichgewicht so doll zu verlieren, dass ich nach hinten auf den Hosenboden falle. Leider haben sich meine verborgenen Fettpölsterchen am Bauch nicht wie beschrieben aufgebraucht, sondern stehen durch die darunter gebildeten Bauchmuskeln jetzt etwas unschön hervor. Aber auch das werde ich wieder mit Hilfe meiner Eltern in den Griff bekommen.

Apropos in den Griff bekommen.
Ihr glaubt gar nicht wie schön es ist, wenn die Eltern nur noch in Bewegung sind, um Katastrophen zu verhindern. Ich glaube so manches Mal haben sie die Galileogeschichte schon bereut. Denn meine neu gewonnene Mobilität muss ich ja auch für mich nutzen können. Ich bin jetzt blitzschnell da wo ich hin will und räume den Laden hier mal richtig auf. Somit kann ich mich auch allein Kühlschrank bedienen und bin glaube ich jetzt genauso mobil wie ein 2 jähriger, nur das mein Willen natürlich viel ausgeprägter ist und ich ja mir sehr wohl gut merken kann wo verbotene Dinge versteckt sind.

 Jean    

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Nachdem der Frühling/Sommer ja nun ewig auf sich warten ließ, ist nun endlich die Grillsaison (mein Lieblingshobby) wieder angebrochen. Und auch da weiß ich sehr wohl meine neu gewonnene Mobilität zu nutzen. Der Grill steht im Schuppen, das Holz unterm Carport und die Grillkohle im Gäste-WC. Nur ist dies immer abgeschlossen, ich versteh gar nicht warum? Ich weiß also genau was ich dazu brauche. Den Rest hole ich selbständig aus dem Kühlschrank.
Einkaufen gestaltet sich mit mir daher glaub ich mittlerweile auch sehr schwierig. Denn zum Grillen braucht man Bier zum Löschen der Flammen, wie ja jeder weiß. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie die Leute meine Eltern ansehen, wenn ein kleiner 11jähriger behinderter Junge die Bierflaschen in den Einkaufskorb packen will. Komischerweise geht jetzt einer meiner Eltern allein einkaufen, na und dann kontrolliere ich halt zu Hause die Einkaufskiste, ob etwas zu Grillen darin ist.
Ein großes Highlight war die von Kinderlächeln organisierte Fahrt nach Warnemünde. Die viele frische Luft, die vielen tollen Unternehmungen (spielen am Strand, Fahrt mit dem Molli, Besuch im Vogelpark Marlow).
An einem Abend bekamen alle Kinder Geschenke und freuten sich riesig darüber. Aber als ich mein Geschenk auspackte, waren alle anderen Geschenke uninteressant. Denn ich hatte eine Lokomotive geschenkt bekommen die ordentlich Lärm macht und noch dazu Seifenblasen ausstieß.
Alle Kinder standen um unseren Tisch herum und staunten mit großen Augen.
Am Pfingstmontag fand von einer Mama von einem Kind aus meiner Schule organisierte Trikerfahrt statt. Man die Trike`s haben einen Lärm gemacht. Wir Kinder konnten entweder allein oder in Begleitung eines Elternteils auf den Trike`s von der Schule zum Ort des Trikertreffen`s in Klosterfelde mitfahren. Auf dieser Fahrt habe ich mich ordentlich amüsiert über den Lärm und die Hupen. Denn jedes Trike hatte eine andere.
Verändert hat sich in letzter Zeit eigentlich nicht viel, außer das ich meine Vorliebe für die kleinen ausgeblasenen Seifenfiguren verloren habe und viel mehr mit den neuen Flugtieren von meinen Eltern spiele und vor allem mit meinen Eltern spiele. Diese Tiere kann man wunderbar durch den Garten werfen oder durch`s Wohnzimmer. Beim Landen geben sie dann die entsprechenden Tierlaute von sich. Davon besitze ich Schwein, Affe, Gans und Frosch. Unsere Nachbarn fragen schon ob wir jetzt einen eigenen Zoo haben.
Auf einem der aktuellen Bilder seht Ihr aber mein absolutes Lieblingsspielzeug. Ein Delphinmobile: Meine Eltern sind da mit den jeweiligen Aufhängemöglichkeiten auch sehr kreativ. Die Delphine bekomme ich von Jule von Kinderlächeln.

Eins wollte ich noch anmerken, an mir liegt es nicht, wenn Deutschland kein Fussballweltmeister wird. Selbst meine Brekkies der Zahnspange sind im Deutschlandlook.

Am 28.07.10 waren wir erneut in Köln zur Abschlussuntersuchung der Galileotherapie. Mama und Papa hatten insgeheim die Hoffnung, dass ich meine Muskelkraft erhalten hatte. Aber es kam alles ganz anders.
Sehr begeistert war ich nicht, dieses Gebäude wieder zusehen. Als ich meine Therapeutin Tanja sah, wollte ich direkt aufstehen und weglaufen. Alle haben herzlich darüber gelacht.
Aber ich kam leider nicht drum herum. So folgten dann die üblichen Tests und auf einmal hatte meine Mama Tränen in den Augen. Die Testergebnisse waren so gut ausgefallen, damit hatte wohl keiner gerechnet. Ich hatte es durch meinen eigenen Antrieb geschafft, meine Laufleistung ohne Galileo nochmals um rund 1/3 zu erhöhen. Vor dem Galileo schaffte ich 57 m in 1 Minute, nach dem Galileo 76 m und jetzt waren es 103 m. In 6 Minuten bin ich nach der intensiven Galileotherapie 365 m gelaufen, jetzt sind es 423 m. Ich finde es ganz ordentlich, aber meine Eltern hatten damit überhaupt nicht gerechnet.
Bei der Überprüfung meines Gangbildes war eine Aussage diesmal sehr schwierig.
Insgesamt fiel dieses zwar schlechter aus, aber ich trage ja auch keine Stabilschuhe mehr, sondern nur noch knöchelhohe Schuhe mit Einlagen.

Die größte Neuigkeit zum Schluss:
Im Oktober fliegen wir wieder zu den Delphinen nach Kemer. Mit einigen Spenden und dem unbedingten Sparwillen meiner Eltern haben wir das Geld zusammen bekommen.

Nun haben wir schon November und wir sind aus Kemer zurück. Wie es dort war, könnt ihr hier lesen.

 pierre mit trike   

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