Über mich


Im Jahr 2009

Nun steht als nächstes ein 2 wöchiges Rehaprogramm in Köln bei Medifitreha an. Dort erhalte ich intensive Physiotherapie und mir wird für mindestens 6 Monate ein Galileogerät zu Hause zur Verfügung gestellt. Damit muss ich dann täglich 2 x trainieren. Meine Eltern erhoffen sich vor allem Bauch- und Rückenmuskeln.

 Jean    

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Ich kann Euch sagen, das Reha-Konzept der Medifitreha an der Uniklinik Köln war ganz schön straff und anstrengend.
Die Hinfahrt mit dem Auto habe ich sehr gut toleriert. Aber da wusste ich ja auch noch nicht, was mich in den nächsten 14 Tagen erwarten sollte.
Am Tag 1 wurde die so genannte Bestandsaufnahme durchgeführt. Ich wurde von ärztlicher Seite untersucht, vermessen und es wurden meine statischen Fähigkeiten überprüft. Alle Tests konnte ich aufgrund meiner geistigen Behinderung nicht machen.
Dann ging es aber auch gleich in die Vollen. Täglich 2 große Einheiten a 140 min, inklusive jeweils 3 x 3 min Galileoübungen. Dazu noch Laufband über 40 min oder Bewegungsbad und eine zusätzlich eine kurze Galileoeinheit von 3 x 3 min.
Der Galileo gefiel mir von Anfang an sehr gut. Die Vibrationen machten mir nicht sehr zu schaffen. Ich muss darauf täglich 6 verschiedene Übungen machen: Stand, Einbeinstand, Einbeinkniestand, Kniestand, Sitz und den Vierfüßler. Letzteren empfinde ich als etwas unangenehm, denn ich muss mich mit den Händen auf dem Galileo abstützen. Und gerade meine Hände sind doch sehr empfindlich für die Vibrationen durch den Galileo. Auf dem Laufband hatte ich entgegen aller Spekulationen sehr viel Spaß. Konnte noch in den 14 Tagen des ersten Aufenthalts mein Streckenpensum mit Bergstufen deutlich steigern. Die großen Einheiten waren dann doch schon sehr viel schwieriger, da ich sehr schwer zu motivieren bin. Aber leider hatte meine Mama meine festen Physiotherapeuten Sina und Tanja sehr genau instruiert, sich nicht auf mein Schauspiel einzulassen. Und damit waren meinerseits alle Chancen, den armen kleinen Jungen zu spielen, von Anfang an versiegt, da sich beide genau daran hielten.
Aber schon innerhalb der 14 Tage zeigte sich ein deutlich besseres Gangbild und mehr Kraft. In der sehr wenigen Freizeit hielten wir uns viel in Köln auf. Am Wochenende kam dann Papa zu Besuch und ich dachte meine Rettung naht. Aber weit gefehlt. Denn Mama hatte schon berichtet, dass ich Papa sehr gut im Griff habe.
Demzufolge musste sich Papa dann auch noch anhören, dass er mir mehr zutrauen müsse. In der zweiten Woche ging es dann zusätzlich noch darum, dass Mama lernte mit mir die Übungen durchzuführen. Am Ende der 14 Tage war ich dann schon sehr geschafft.

Die Rückfahrt gestaltete sich aufgrund von Staus und Unfällen als sehr schwierig. Zu Hause war ich dann doch etwas sehr überrascht, als Mama aus dem Auto einen Galileo holte. Von nun an wurden die 6 Übungen für die nächsten 3 Monate zu meiner täglichen Begleitung. Man konnte fast zusehen, wie aus meinem Wackelpudding an den Oberschenkeln richtige Muskelpakete wurden. Zu allem Überfluss schafften meine Eltern sich auch noch ein Laufband an. Einmal die Woche werde ich jetzt noch darauf gestellt. Aber was macht man nicht alles um seine Eltern glücklich zu machen.

Im Oktober erfolgte dann der 2.Aufenthalt in Köln zur Therapieüberprüfung und Optimierung.
Diesmal waren wir mit dem Flugzeug unterwegs. Wieder wurden meine Daten aufgenommen. Und es kam zu einem erfreulichen Ergebnis. Ich schaffte im 1 Minuten Lauftest 19 m mehr als im Juli und mein Laufbild hatte sich gleichmäßiger entwickelt.
Vom Therapiepensum blieb alles beim Alten. Es kam eine Übung auf dem Galileo dazu - die Schrittstellung.
Die großen Einheiten machten mir diesmal deutlich mehr Spaß, denn ich hatte gelernt, durch einen Barren mit Stolperfallen aus bunten Tüchern zu gehen und über eine Turnbank zu balancieren. Zu aller großen Überraschung konnte ich all dies ohne große Probleme. Vorher war daran nicht zu denken, vorm Balancieren hatte ich immer sehr große Angst. Aber jetzt lief ich gern noch eine Extrarunde.
Ich traf viele Kinder vom ersten Rehaaufenthalt wieder.
Nun haben wir den Galileo nochmals für 3 Monate zu Hause. --> hier geht es weiter

 Jean    

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